Es gibt so viele Fragen, auf die ich gerne Antworten hätte. So viele Unsicherheiten, die ich gerne aufgelöst hätte. Was kann ich beitragen? Wie kann ich meinen Körper unterstützen? Wie kann ich die Nebenwirkungen lindern? Welche Maßnahmen wirken sich vielleicht sogar negativ aus? Aber es ist gar nicht so leicht, darauf Antworten zu bekommen.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich etwas in mir trage, das mein Leben derart verändern wird. Etwas, das mein Selbstverständnis und mein Körpergefühl derart beeinträchtigen wird. Etwas, das ich nicht sehen und auch nicht so richtig verstehen kann. Und jetzt nehme ich Medikamente dagegen. Medikamente, die meinen Körper verändern. Die das Wesentliche zum Positiven wenden – aber nebenbei auch viel Negatives mit sich bringen. Und damit muss ich erst zurechtkommen. Weil ich das Gefühl habe, dass mich mein Körper im Stich gelassen hat. Dass ich ihm nicht mehr vertrauen kann.

Mein Körper, der immer stark war, ist mir jetzt fremd. Aber ich arbeite daran. Mit aller Kraft. Ich weiß, dass mein Körper und mein Geist wieder zusammenfinden werden. Dass ich das Vertrauen in meinen Körper wieder zurückerlangen werde. Dass ich meine Stärke wiederfinden werde – für mich und für meine Familie. Und z‘Fleiss werde ich 100 Jahre alt werden.