Es gibt Tage, an denen man mühsam ist. Tage, an denen man raunzert ist. Ich finde das irgendwo auch sympathisch – weil wir alle Gefühle haben. Weil wir alle Menschen sind. Streiten gehört für mich auch dazu – aber es darf nie bösartig werden. Und dann muss es auch wieder gut sein. Dann muss man auch wieder miteinander lachen können. Mir ist ganz wichtig, dass meine Kinder das lernen. Das aufeinander Eingehen. Das miteinander Umgehen. Ich habe auch großes Verständnis dafür, wenn meine Patienten einmal schlecht gelaunt sind. Wenn sie ungehalten sind. Wenn sie ihrem Frust, ihrer Angst, ihrer Hilflosigkeit freien Lauf lassen. Das gehört dazu. Das ist ein Teil des ganzen Prozesses. Nur Gemeinheiten toleriere ich nicht.

Meiner ersten großen Liebe wurde die Krebsdiagnose extrem unsensibel mitgeteilt. Für ihn war das ganz schlimm. Für mich auch. Und absolut unverständlich. Wie kann man so mit einem Menschen umgehen? Wie kann man so kalt sein? Ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass ich Medizin studieren werde. Dass ich in die Onkologie gehen werde. Dass ich das anders machen werde.