Bei uns im ländlichen Raum kennt man sehr viele Menschen. Oder man hat gemeinsame Bekannte. Das hat mich am Anfang oft sehr mitgenommen. Durch psychoonkologische Fortbildungen und die Erfahrung der Jahre habe ich ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie ich da auf mich schauen kann. Wie ich besser damit umgehen kann. Wenn ich heute heimgehe und mich belastet etwas wirklich sehr, dann spaziere ich ein Stück an der Donau entlang oder bespreche es mit einer Kollegin. Oder ich gehe zu unserer Psychologin und sage: „Hallo Michi, wie schaut‘s aus? Ich brauch jetzt schnell ein Gespräch, damit ich das nicht mitnehme. Damit ich nach Hause gehen kann.“

Mir ist bewusst, dass es im Krankenhaus nicht um mich geht. Da geht‘s um die Patienten und darum, ihnen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen. Ihnen auf die ein oder andere Weise Erleichterung zu verschaffen. Auch in Zusammenarbeit mit Psychologen, Ernährungsberatern, Seelsorgern oder der Krebshilfe in finanziellen Fragen.

Privat bin ich durch meine Arbeit und die Fortbildungen viel ruhiger geworden. Viel entspannter. In Gesprächen mit meinem Partner, meinen Kindern, Eltern, Großeltern und Freunden. Und im Umgang mit Herausforderungen.