Onkologie ist mehr als rein klassisch evidenzbasierte Medizin. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich bei meinen Patienten etwas unter der Oberfläche verbirgt. Etwas, das sie mir nicht sagen wollen. Oder können. Etwas, für das ich vielleicht nicht die richtige Ansprechperson bin. Etwas, für das die Zeit womöglich nicht reicht. „Christina, kannst du da mal nachfühlen, ich glaub da ist was nicht in Ordnung“ bitte ich unsere Psychoonkologin dann. Im Gegenzug meldet sie mir zurück, wenn sie bei Patienten gewisse Unsicherheiten erkennen kann. Gewisse Unklarheiten. Dann weiß ich, welche Botschaften ich im nächsten Gespräch noch verdeutlichen kann. Noch verdeutlichen muss. Wo noch Gesprächsbedarf herrscht.

Ich empfinde die Zusammenarbeit mit unserer Psychoonkologin als enorm bereichernd. Weil sich unsere Eindrücke so gut ergänzen. Weil wir unsere Patienten auf so unterschiedlichen Ebenen erreichen können. Und weil wir so in unserer Arbeit viel gezielter Schwerpunkte setzen können.

Ich bin dankbar dafür, in der Onkologie arbeiten zu können. Weil es enorm erfüllend für mich ist. Weil es zutiefst sinnstiftend ist. Weil es etwas Besonderes ist, Menschen in derartig schwierigen Lebensphasen betreuen zu können.