Mein Geheimnis ist eigentlich ganz simpel. Es ist etwas, das wir sonst auch ständig in unserem Alltag machen. Wenn wir anderen Menschen begegnen, uns mit ihnen auseinandersetzen oder uns in sie hineinversetzen möchten. Es ist das Zuhören.

Mir ist es wichtig, ein klares Bild von der Person zu haben, die mir gegenüber sitzt. Ich will verstehen, was sie meint, was sie sich erwartet und was ihr wichtig ist. Natürlich gibt es auch Menschen, die nicht wirklich aus sich herausgehen, die sich in einem Schildkrötenpanzer verstecken – dann ist es meine Aufgabe aktiver zu werden, nachzufragen und nachzuhaken. Man muss sich um die Menschen bemühen. Das ist der Punkt.

Ich versuche die Schicksale meiner Patienten von meinem Privatleben zu trennen, denn es hilft niemandem, wenn ich vor Trauer erstarre. Was ich aber schon mit nach Hause nehme, sind die medizinischen Überlegungen, die mich unterbewusst weiter beschäftigen. So passiert es nicht selten, dass mir Ideen einfallen, wenn ich gar nicht damit rechne.