Mein Mann hatte damals, während seines Studiums, den großen Traum Schauspieler zu werden. Nach seiner Diagnose beschloss er eines Tages an die Schauspielschule zu gehen. Er konnte dann am Theater an der Josefstadt sogar an mehreren Produktionen als Statist mitarbeiten. Ich bin mir sicher, dass er ohne Krebs nie den Mut und die Zeit gefunden hätte, sich diesen Traum zu erfüllen.

Mein Mann ist zum Mittelpunkt meines Lebens geworden. Meine Gedanken, meine Aufmerksamkeit, meine Kraft – alles hat sich auf ihn fokussiert. Wie kann ich ihn unterstützen? Was kann ich ihm abnehmen? Wie kann ich ihm eine Freude machen? Wie mache ich ihm Hoffnung?

Ich habe versucht, meinem Mann all jene Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die ihn daran erinnern könnten, dass er nicht mehr so stark ist wie früher. So vital wie früher. Es waren meist ganz banale Dinge. Wenn wir weggefahren sind, habe ich schnell die Koffer zum Auto getragen, während er beschäftigt war. Wenn ich gemerkt habe, dass er an einem Tag schwerer Luft bekommt, habe ich ihm gesagt, dass mein Knie weh tut. So ist er meinetwegen mit dem Lift gefahren und nicht ich seinetwegen. Ich wollte vermeiden, dass er sich nicht mehr vollwertig fühlt. Ich wollte, dass er seinen Mut und seine Zuversicht behält.