Ich kann auf keinen Berg mehr hinauflaufen so wie früher auf die Rax oder auf den Ötscher. Das geht halt einfach nicht mehr. Aber dann gehe ich eben herunten spazieren. Durch den Wald, wie gestern mit meiner Freundin – „Hermine, nimm dir ein Körberl mit, vielleicht finden wir auch Pilze.“ Am Ende war der Korb dreiviertel voll. Das war so eine Freude, ich hab gleich ein Foto an meinen Mann geschickt. „Wir waren erfolgreich!“

Es ist nicht so, als wäre ich früher nicht auch Schwammerl suchen gegangen. Da habe ich mich dann kurz gefreut, aber im nächsten Moment war ich mit den Gedanken schon wieder ganz wo anders. Jetzt kann ich das länger genießen. Die Freude länger auskosten. Jetzt lebe ich bewusster.

„Na einen recht gefährlichen Krebs kannst du nicht haben, weil das sieht man dir ja gar nicht an.“ Anfangs haben mich solche Aussagen noch aufgeregt. Anfangs habe ich mich noch auf diese Gespräche eingelassen. Jetzt schalte ich ab und denke mir, geh bitte, red‘ doch was du willst. Sollen sie ruhig glauben, dass ich einen ungefährlichen Krebs habe. Wie komme ich dazu, mich rechtfertigen zu müssen?