„Tut mir leid, da kann ich Ihnen nicht helfen.“ Diesen Satz gibt es bei mir nicht. Diese Einstellung gibt es bei mir nicht. Ich kann Menschen, die mir mit teils sehr gravierenden Problemen gegenübersitzen, nicht einfach ohne Hilfestellung wieder nach Hause schicken.

Es kann sein, dass ich chirurgisch keine Lösung anbieten kann – aber dann gibt es einen Plan B. Oder einen Plan C. Dann empfehle ich alternative Wege und organisiere ihnen gerne Termine mit Onkologen, Radiologen oder Internisten. Damit meine Patienten einen Plan haben, an dem sie sich festhalten können. Damit sie die Gewissheit haben, dass ihnen geholfen wird. Dass sie gesehen werden. Dass ihr Problem ernst genommen wird.

Ich erlebe Angehörige meist fordernder als Patienten. Sie verstehen die Tragweite oft schneller, haben viele Fragen und wollen alles wissen. Sie wollen sichergehen, dass wir aus medizinischer Sicht alles nur Erdenkliche in Bewegung setzen. Sie versuchen ihre Mutter, ihren Sohn, ihre Tante, ihren Freund zu beschützen. Und das ist gut so. Das ist ihr Recht. Das ist ihre Aufgabe.