Nach der zweiten Metastase kam der Punkt, an dem ich mich hätt aufgeben können. Da hats mir wirklich gereicht. Da wars dann endgültig genug. Aber es gibt ja keine Alternative zum Leben. Und im Am-Boden-in-Selbstmitleid-herumkräun bin ich auch ganz schlecht.

Also hab ich nach der Chemo wieder angefangen zu arbeiten. Und ergänzend zur Schulmedizin hab ich alles Mögliche ausprobiert, um mich und meinen Körper zu motivieren. Um meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Um mein verändertes Leben zu akzeptieren. Ein Jahr lang hab ich mich in der Früh und am Abend vor den Spiegel gestellt. Hab mir in die Augen geschaut und mir gesagt: „Ich bin es wert, gesund und glücklich zu sein.“ Weil ich weiterleben wollte. Und weil ich auch die kleinste Faser meines Körpers darauf einschwören wollte.

Wenn ich heute daran zurückdenke, wie ich mir als Jugendliche das Leben schwer gemacht hab. Wie viele Komplexe ich gehabt hab. Zu kleiner Busen, zu kleiner Hintern, zu dies, zu das. Wie viel ich nicht bemerkt hab, nur weil ich auf meine Unzulänglichkeiten fokussiert war. Wenn ich heute daran zurückdenke, denk ich mir: „Is doch alles wurscht! Genieß das Leben!“