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Michael & Mona
Michael & Mona

Starke, unabhängige Frauen schreiten oft souverän durch alle Untersuchungen, Operationen und Therapien. Sie sind es gewohnt ihr Leben, ihren Beruf und ihre Familie zu organisieren. Und im selben beeindruckenden Stil managen sie auch ihren Brustkrebs. Check. Check. Check. Ein halbes Jahr später jedoch, nachdem alle Therapien vorbei sind, nachdem der Brustkrebs weg ist, wachen sie eines Nachts unvermittelt auf. Tränenüberströmt. Mit einer überwältigenden Angst. Einer Angst, die sich nicht rational wegreden lässt. Einer Angst, die sich nicht managen lässt.

Es ist mir wichtig, meine Patientinnen darauf vorzubereiten. Mit ihnen darüber zu sprechen. Über die Sorte Angst, die für uns unberechenbar erscheint. Die sich nicht abhaken lässt. Die viel Geduld und Zeit und Verständnis braucht. Die immer ein Teil von uns bleiben wird. Die uns aber eines Tages nicht mehr lähmen, sondern nur mehr still begleiten wird.

„Ein guter Chirurg ist kalt, aber freundlich“ hat ein Lehrer von mir einmal gesagt. Für mich bedeutet das, dass im Operationssaal nur mein technischer Perfektionismus zählt – meine Befindlichkeiten und Emotionen haben hier keinen Platz. Meinen Patienten jedoch begegne ich mit offenem Herz. Mit offenen Ohren. Als Mensch. Als Michael.