Ich bin nach meiner Operation aufgewacht und war einfach nur glücklich, dass mir nicht schlecht ist. Als ich in mein Zimmer gebracht worden bin, war ich so erleichtert, dass jetzt alles vorbei ist. Dann kam der Arzt und auf einmal standen in dem Sechsbettzimmer total viele Leute um mich herum. Der Arzt sagte: „Es tut mir leid, ich habe eine schlechte Nachricht.“ Mein erster Gedanke war, jetzt sagt er mir, dass ich eine total hässliche Narbe habe. Aber seine Worte waren: „Der Tumor ist leider bösartig.“

Schlagartig ist mir mein Leben so kurz wie ein Wimpernschlag vorgekommen. „Das kann es nicht gewesen sein. Das kann nicht alles gewesen sein. Ich will wissen, was aus meinen Kindern wird. Ich will sie aufwachsen sehen.“ Und ich habe sie aufwachsen gesehen. Das tue ich noch immer. Und ich lebe mein Leben. Nach dem Krebs.

Ich habe aus meiner Erkrankung nie ein Geheimnis gemacht, aber ich wollte auch nicht für alle auf den ersten Blick das arme Hascherl sein. Im Büro habe ich deshalb während meiner zweiten Chemo eine Perücke getragen. „Schatzi, dein Hauberl sitzt schief“, meinte meine Kollegin immer humorvoll, wenn ich sie mal wieder zurechtrücken musste.