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Sylvia & Otto
Sylvia & Otto

Eine Krebsdiagnose ist wie ein riesiger Meteroit. Sie schlägt in die Lebensrealität ein und begräbt Träume, Pläne und Verpflichtungen. Sie ist zu überwältigend um sie sofort zu verarbeiten. Zu groß um sie zu ignorieren. Sie ist plötzlich da und auf einmal ist man mit der Wahrscheinlichkeit des Todes konfrontiert.

Die belastendsten Themen werden von unseren Patienten nur selten angesprochen und verstellen so still und leise ihren Blick – das Sterben ist eines davon. Unsere Aufgabe ist es, sie dort abzuholen und sie zu fragen, ob sie darüber sprechen möchten. Ihnen zu versichern, dass der Tod aus medizinischer Sicht kein dringliches Thema ist. Ihnen die Angst vor den Schmerzen zu nehmen. Damit sie uns zuhören können. Damit wir gemeinsam die Therapie planen können. Damit sie ihren Fokus auf den Weg richten können, den wir gemeinsam beschreiten werden.

Als Angehörige habe ich die Erfahrung gemacht, wie hilflos man sich fühlen kann. Wie unglaublich sensibilisiert man auf jedes gesprochene Wort reagiert. Wie sehr man auf jede Information angewiesen ist. Wie belastend Themen sind, die nicht angesprochen werden. Deshalb ist es mir als Ärztin noch wichtiger geworden, mit meinen Patienten und ihren Familien offen zu sein.