Krebs kann man verschweigen, wie meine Mutter. Als Schicksal hinnehmen und nicht behandeln lassen, wie meine Schwester. Oder man geht offensiv damit um, wie meine Tochter.

Ich bin stolz auf meine Tochter. Weil sie den Kampf aufgenommen hat. Weil sie den Krebs besiegt hat. Mehrmals. Weil sie ihr Leben trotz aller Schwierigkeiten immer weitergelebt hat. Weil sie mit uns Eltern darüber spricht. Weil sie sich ihren Freunden anvertraut. Und weil sie auch mit ihren Kindern darüber redet. Das macht mich besonders stolz, da meine Enkel dadurch einen selbstverständlichen Umgang mit dem Thema Krebs gefunden haben. Für sie ist Krebs kein böses, finsteres Gespenst. Für sie ist Krebs eine Krankheit, mit der man lebt. Die man überlebt.

Vorsorge ist wichtig. Früherkennung ist wichtig. Deshalb lasse ich regelmäßig mein Blut und meinen Harn untersuchen. Denn es macht einen entscheidenden Unterschied, wann der Krebs entdeckt wird – man kann vielleicht noch nicht jeden Krebs heilen, aber wenn man ihn rechtzeitig erwischt, kann man ihn behandeln. Und damit leben.